Redpoint
♂, 57
vielseitig, künstlerisch
Münster / Deutschland
Mitglied seit 07.08.2007

der Faden der Träume im Flöz und ein Lachen, der Klang der Hämmer auf dem Gestein, aufwärts die Loren und über der Wiese der Tag

"the thread of the dreams in the seam and laughter, the sound of the hammers on the rock, upward the trucks and above the meadow the day".

Komm mal eben mit, hier gibt es Mozart, Greenaway, Jelinek, Botho Strauß, Portishead, Schönberg, Webern, Wong Kar Wei, warum nicht durcheinander, lese ich denn am Stück oder höre tagelang nur Musik? Ich bin ein typischer Wechsler, klappe das Buch zu und gehe schwimmen. Unter Wasser pfeife ich mir ein Lied, denn die Kunst des Kraulens ist der rechte Rhythmus, dem Arme und Beine nachfolgen. Und später gleite ich wieder weit hinaus in das Meer Mahler, rufe Koeppen, Bruno Schulz, Peter Weiß, Thomas Lehr, lasse mich packen von Pink Floyd, Cold Play, von Reger dynamisch filigranisieren und von Scelsi fasziniert mit geschlossenen Augen wegführen, finde festen Boden in den Sätzen von W.G.Sebald, von dem ich mich in Klaus Schulzes plasmatische Strudel ziehen lasse, die mir Bach später wieder durchdekliniert und mich an die Öffnungszeiten des Hallenbades erinnert. Ich schwimme die Violinpartitas heute, komme ein wenig aus dem Rhythmus, als ich einen Moment lang Gidon Kremer dazu visualisiere, aber sein Bild nicht stabil halten kann gegen die Erscheinung von Jascha Heifetz, der die Geige übernimmt. Ob ich mit einer netten Frau schwimmend zusammenstoße, wenn ich mir Ulla Hahn vorstelle, die mit ihren Fingern eine Stradivari umgreift? Beinahe! Und sie ist nicht begeistert. Ich solle achtgeben. Zornig blickt sie unter einer weißen Bademütze auf einen froschäugigen Chlorbrillenträger. Recht hat sie. Weiter besser mit Radiohead, Muse und mit Neill Young einen Rotwein trinken. Auf Dich! Auf Euch! Geh doch mal eben einer nach hinten und hol noch ein Glas für Prokofiev. Ist doch klar. Sicher. Setze er sich. Und die Herren Schubert, Schumann, nichts für ungut. Selbstverständlich. Herzlich willkommen. Aber bitte: jetzt nicht alle durcheinander. Jeder hat seine Zeit. Das Bad hat auch inzwischen geschlossen. Warum male ich nicht an meinem Bild weiter? Komm mit, Porcupine Tree, wir arbeiten jetzt noch etwas zusammen. Und Du Kater, schlafe nicht länger unter der Staffelei weiter, da tropft nämlich gleich vielleicht Neapelgelb herunter. Komme gleich wieder. Bis dann!
Melde Dich doch mal! Dann machen wir einen auf Stadtneurotiker und schauen Pretty Woman, wenn ich nicht noch Costner mit dem Wolf tanzen lasse.
Angenehm, R.
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